Haustür richtig ausmessen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das richtige Ausmessen der Türöffnung ist einer der wichtigsten Schritte vor der Bestellung einer neuen Haustür. Bereits kleine Maßabweichungen können darüber entscheiden, ob die gewählte Türgröße zur vorhandenen Öffnung passt und ausreichend Platz für eine fachgerechte Montage bleibt.
Besonders wichtig: Verlassen Sie sich nicht auf eine einzige Messung. Eine Türöffnung ist nicht immer vollkommen gerade – insbesondere in älteren Gebäuden, aber auch bei Neubauten können Maßabweichungen auftreten.
In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, welche Maße Sie benötigen, wo Sie messen sollten und worauf Sie vor der Auswahl einer neuen Haustür achten müssen.
Das erfahren Sie in diesem Artikel
- Wie messe ich eine Haustür richtig aus?
- Welche Maße brauche ich für eine neue Haustür?
- Was ist der Unterschied zwischen Rohbaumaß und Rahmenaußenmaß?
- Wie messe ich Breite und Höhe der Türöffnung?
- Was bedeutet OKFF beim Ausmessen einer Haustür?
- Was ist beim Ausmessen der Türschwelle zu beachten?
- Wie finde ich die passende Türgröße?
- Standardmaß oder Haustür nach Maß – was passt zu meiner Türöffnung?
- Was ist beim Aufmaß im Neubau und beim Türaustausch zu beachten?
- Welche Fehler sollte ich beim Ausmessen einer Haustür vermeiden?
- Wann ist ein professionelles Aufmaß sinnvoll?
Bevor Sie messen: Welches Maß ist eigentlich gemeint?
Bevor Sie zum Maßband greifen, sollten Sie einige Begriffe unterscheiden, die bei der Auswahl und Montage einer Haustür eine wichtige Rolle spielen.
Rohbaumaß – Maß der Maueröffnung
Damit sind die tatsächliche Breite und Höhe der Bauöffnung gemeint, in die das komplette Türelement eingebaut wird.
Rahmenaußenmaß – Außenmaß des Türrahmens
Es bezeichnet die gesamte Breite und Höhe der Tür einschließlich Rahmen. Dieses Maß finden Sie auch bei vielen Produkten von Mayer Türen.
Lichtes Durchgangsmaß
Damit ist die freie Öffnung gemeint, die nach dem Einbau der Tür tatsächlich zum Durchgehen zur Verfügung steht.
Diese Maße sind nicht identisch.
Bei der Auswahl einer Haustür ist es deshalb besonders wichtig, zunächst die tatsächlichen Maße der Maueröffnung zu bestimmen und anschließend zu prüfen, welches Rahmenaußenmaß für die jeweilige Einbausituation geeignet ist.
Was benötigen Sie zum Ausmessen einer Haustür?
Für eine grundlegende Messung benötigen Sie keine spezielle Ausrüstung.
Halten Sie Folgendes bereit:
- Maßband oder Zollstock,
- Wasserwaage,
- Bleistift,
- Papier oder Smartphone zum Notieren der Maße,
- gegebenenfalls eine Leiter, wenn der obere Bereich der Öffnung nicht erreichbar ist.
Bei größeren Öffnungen kann zusätzlich ein Laser-Entfernungsmesser hilfreich sein.
Entscheidend ist jedoch weniger das verwendete Werkzeug als vielmehr, mehrere Messungen vorzunehmen und alle Ergebnisse sorgfältig zu notieren.
Schritt 1: Breite der Türöffnung messen
Messen Sie die Breite nicht nur an einer Stelle.
Wände und Laibungen können leichte Abweichungen aufweisen. Deshalb sollte die Breite mindestens an drei Stellen gemessen werden:
- oben,
- in der Mitte,
- unten.
Notieren Sie alle drei Werte.
Der kleinste Wert zeigt die schmalste Stelle der Öffnung. Das ist besonders wichtig, da das Türelement auch an dieser Stelle ausreichend Platz haben muss.
Beispiel:
- oben: 1020 mm,
- Mitte: 1015 mm,
- unten: 1022 mm.
Die schmalste Stelle beträgt in diesem Beispiel 1015 mm.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie von diesem Wert einfach einen pauschalen Betrag abziehen können, um daraus das Bestellmaß zu bestimmen.
Zwischen Türrahmen und Baukörper muss eine entsprechend geplante Montagefuge verbleiben. Deren erforderliche Breite richtet sich nach der konkreten Türkonstruktion, der Einbauart und den Anforderungen des jeweiligen Systems.
Schritt 2: Höhe der Türöffnung messen
Auch die Höhe sollte an mehreren Stellen gemessen werden.
Messen Sie:
- links,
- in der Mitte,
- rechts.
Notieren Sie wiederum alle Werte und achten Sie besonders auf das kleinste gemessene Maß.
Bei der Höhe kommt jedoch ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: die Oberkante des fertigen Fußbodens.
Schritt 3: Oberkante Fertigfußboden – OKFF bestimmen
In Bauunterlagen finden Sie häufig die Abkürzung:
OKFF – Oberkante Fertigfußboden
Sie bezeichnet die Höhe des Fußbodens nach Fertigstellung aller Bodenschichten einschließlich des endgültigen Bodenbelags.
Warum ist das wichtig?
Wenn Sie bei einem Neubau die Höhe von der Rohdecke beziehungsweise vom noch nicht fertiggestellten Boden aus messen und später weitere Bodenschichten hinzukommen, verändert sich die tatsächlich verfügbare Höhe der Türöffnung.
Deshalb sollte die Türhöhe immer in Bezug auf die geplante Oberkante des fertigen Fußbodens bestimmt werden und nicht anhand eines vorläufigen Bodenniveaus zum Zeitpunkt der Messung.
Ist der Fußboden noch nicht fertiggestellt, sollte die OKFF aus den Bauunterlagen hervorgehen oder mit der für die Bauausführung verantwortlichen Person abgestimmt werden.
Hier sollte nicht geschätzt werden.
Schritt 4: Schwelle und Einbausituation im Bodenbereich prüfen
Beim Aufmaß sollten Sie auch den Bereich berücksichtigen, in dem sich später die Türschwelle befindet.
Das ist insbesondere bei Neubauten wichtig, wenn die endgültige Fußbodenhöhe noch nicht sichtbar ist.
Je nach Türkonstruktion kann eine entsprechende Vorbereitung unterhalb der Schwelle erforderlich sein. Für ausgewählte Lösungen von Mayer sind außerdem Unterbauprofile beziehungsweise Elemente für den Schwellenunterbau in unterschiedlichen Höhen erhältlich.
Bei einem Austausch bestehender Türen sollten Sie dagegen prüfen, wie die vorhandene Schwelle im Verhältnis zum fertigen Innenboden und zur Außenfläche positioniert ist.
Diese Faktoren beeinflussen sowohl die Maßplanung als auch den späteren fachgerechten Einbau der neuen Haustür.
Schritt 5: Prüfen, ob die Türöffnung gerade ist
Breite und Höhe allein reichen noch nicht aus.
Prüfen Sie zusätzlich, ob:
- die seitlichen Laibungen lotrecht sind,
- der obere Bereich der Öffnung waagerecht verläuft,
- die Laibungen größere Unebenheiten aufweisen,
- sich die Öffnung an einer Stelle verengt,
- Reste der alten Zarge oder andere Bauteile den verfügbaren Montageraum einschränken.
Eine Wasserwaage ist hierbei besonders hilfreich.
Bei älteren Gebäuden empfiehlt es sich, mehr als drei Messungen vorzunehmen, insbesondere wenn bereits sichtbar ist, dass die Öffnung unregelmäßig ist.
Schritt 6: Türöffnung mit dem Rahmenaußenmaß vergleichen
Wenn Sie Breite und Höhe der Öffnung sowie die Oberkante des fertigen Fußbodens kennen, können Sie die Werte mit den Abmessungen der gewünschten Haustür vergleichen.
Auf den Produktseiten von Mayer finden Sie unter anderem die Angabe:
Rahmenaußenmaß
Dieses Maß darf nicht einfach mit dem Rohbaumaß gleichgesetzt werden. Zwischen Türrahmen und Baukörper muss ausreichend Platz für das fachgerechte Ausrichten, Befestigen, Dämmen und Abdichten des Anschlusses vorhanden sein.
Deshalb sollte nicht pauschal bei jeder Haustür derselbe Wert vom Rohbaumaß abgezogen werden.
Die erforderliche Montagefuge hängt vom konkreten Produkt, der Konstruktion und der jeweiligen Einbausituation ab. Bei Unsicherheiten sollte das passende Maß vor der Bestellung fachlich geprüft werden.
Standardmaß oder Haustür nach Maß?
Nach dem Aufmaß stellt sich die Frage, welche Ausführung zur vorhandenen Türöffnung passt.
Bei Mayer Türen gibt es sowohl Produkte in festgelegten Standardmaßen als auch entsprechende Aluminiumserien, bei denen individuelle Maße möglich sind.
Haustüren in Standardmaßen
Entspricht Ihre Türöffnung den Anforderungen einer verfügbaren Standardgröße, können Sie nach einem Produkt mit passendem Rahmenaußenmaß suchen. Dabei muss die erforderliche Montagefuge berücksichtigt werden.
Die Stahlserien von Mayer sind in festgelegten Standardmaßen erhältlich.
Je nach Baureihe können zusätzliche Lösungen wie Rahmenverbreiterungen, Seitenteile oder Oberlichter verfügbar sein. Die jeweiligen Möglichkeiten sollten für das konkrete Modell geprüft werden.
Haustüren nach Maß
Erfordert die bauliche Situation eine individuelle Größe, sollten Sie prüfen, welche Serien als Maßanfertigung erhältlich sind.
Bei Mayer besteht diese Möglichkeit bei entsprechenden Aluminiumserien, beispielsweise bei der P90.
Diese Unterscheidung ist wichtig: Nicht jede Haustür im Sortiment von Mayer ist als Maßanfertigung erhältlich. Nach dem Aufmaß sollten deshalb immer die Möglichkeiten der jeweiligen Baureihe geprüft werden.
Haustür ausmessen beim Neubau und beim Türaustausch
Die grundlegenden Messschritte sind ähnlich, die Einbausituation kann sich jedoch deutlich unterscheiden.
Haustür im Neubau ausmessen
Bei einem Neubau ist die Maueröffnung meist leichter zugänglich, da noch kein altes Türelement vorhanden ist.
Messen beziehungsweise prüfen Sie:
- die Breite der Öffnung an mehreren Stellen,
- die Höhe an mehreren Stellen,
- Lot und Waage der Öffnung,
- die Situation im Schwellenbereich.
Besonders wichtig ist die Bestimmung der OKFF, wenn der fertige Fußboden noch nicht hergestellt wurde.
Die spätere Höhe des Bodenaufbaus sollte nicht selbst geschätzt werden.
Haustür beim Austausch ausmessen
Beim Austausch einer bestehenden Haustür kann die Situation komplizierter sein.
Der vorhandene Rahmen kann die tatsächliche Maueröffnung teilweise verdecken. Nach dem Ausbau können außerdem Unebenheiten, alte Befestigungselemente oder Reste von Montagematerial sichtbar werden.
Prüfen Sie zusätzlich:
- die Position der vorhandenen Schwelle,
- das Niveau des Innenbodens,
- das Niveau der Außenfläche,
- den Zustand der Laibungen,
- mögliche Unebenheiten der Wände.
Lässt sich das tatsächliche Rohbaumaß erst nach dem Ausbau der alten Haustür zuverlässig bestimmen, sollte dies bereits bei der Planung des Austauschs berücksichtigt werden.
Häufige Fehler beim Ausmessen einer Haustür
Breite oder Höhe nur an einer Stelle messen
Dadurch können Verengungen oder Unebenheiten der Öffnung unentdeckt bleiben.
Besser: Breite und Höhe an mehreren Stellen messen und sämtliche Werte notieren.
Höhe vom Rohboden aus messen
Ist der Boden noch nicht fertiggestellt, verändern die späteren Bodenschichten die verfügbare Höhe.
Besser: Die geplante OKFF bestimmen.
Davon ausgehen, dass die Öffnung vollkommen gerade ist
Insbesondere in älteren Gebäuden können Laibungen uneben oder nicht lotrecht sein.
Besser: Neben den Abmessungen auch Lot und Waage kontrollieren.
Rohbaumaß mit dem Türmaß gleichsetzen
Rohbaumaß und Rahmenaußenmaß sind unterschiedliche Größen.
Zwischen Türrahmen und Baukörper muss ausreichend Platz für die fachgerechte Ausbildung des Montageanschlusses verbleiben.
Von jeder Öffnung pauschal denselben Wert abziehen
Es gibt keinen universellen Wert, der ohne weitere Prüfung für jedes Produkt und jede Einbausituation verwendet werden kann.
Besser: Das erforderliche Maß anhand des konkreten Türsystems und der vorgesehenen Montage bestimmen.
Schwellenbereich nicht berücksichtigen
Ein falsch bestimmtes Höhenniveau der Schwelle kann beim späteren Einbau und beim Bodenaufbau zu Problemen führen.
Besser: Bereits beim Aufmaß sowohl die Situation auf der Innen- als auch auf der Außenseite des Gebäudes berücksichtigen.
Wann sollte eine Fachkraft das Aufmaß übernehmen?
Ein selbst durchgeführtes Aufmaß kann bei einfachen Einbausituationen ausreichend sein – insbesondere wenn die Öffnung gleichmäßig ist, ihre Begrenzungen eindeutig erkennbar sind und die Oberkante des fertigen Fußbodens klar definiert wurde.
Ein professionelles Aufmaß ist jedoch besonders sinnvoll, wenn:
- die Öffnung deutlich unregelmäßig ist,
- eine alte Haustür ausgetauscht wird und die tatsächliche Maueröffnung nicht vollständig sichtbar ist,
- die spätere Fußbodenhöhe noch nicht eindeutig festgelegt wurde,
- eine größere Eingangsanlage mit Seitenteilen geplant ist,
- eine ungewöhnliche Situation im Schwellenbereich vorliegt,
- besondere bauliche Anforderungen bestehen,
- Unsicherheit darüber besteht, welches Türmaß bestellt werden sollte.
Bei einer Maßanfertigung empfiehlt es sich besonders, alle Maße vor der Bestellung sorgfältig zu überprüfen beziehungsweise überprüfen zu lassen.
Haustür richtig ausmessen: Das Wichtigste im Überblick
Bevor Sie eine neue Haustür auswählen, sollten Sie sich fünf grundlegende Schritte merken:
- Breite der Türöffnung an mehreren Stellen messen.
- Höhe links, mittig und rechts messen.
- OKFF und Position der Schwelle bestimmen.
- Lot, Waage und mögliche Unebenheiten der Öffnung prüfen.
- Die ermittelten Werte mit dem Rahmenaußenmaß des gewünschten Modells vergleichen und die erforderliche Montagefuge berücksichtigen.
Gehen Sie dabei nicht automatisch davon aus, dass das Maß der Maueröffnung dem Bestellmaß der Haustür entspricht.
Ziel eines genauen Aufmaßes ist es, zu bestimmen, welches Türelement sich in der vorhandenen Öffnung fachgerecht montieren lässt.
Was mache ich mit den Maßen bei Feldmann & Mayer?
Nach dem Aufmaß können Sie prüfen, welche Lösung aus dem Sortiment von Mayer zu Ihrer Einbausituation passt.
Suchen Sie eine Haustür in einem Standardmaß, vergleichen Sie die Größe Ihrer Öffnung mit dem beim jeweiligen Produkt angegebenen Rahmenaußenmaß und berücksichtigen Sie dabei die erforderliche Montagefuge.
Benötigen Sie ein individuelles Maß, prüfen Sie die bei Mayer als Maßanfertigung erhältlichen Serien. Diese Möglichkeit bieten entsprechende Aluminiumserien, darunter beispielsweise die P90.
Je nach Produkt können Sie anschließend direkt auf der jeweiligen Produktseite verfügbare Optionen wie Maße, Farbe, Verglasung, Stoßgriff oder Drücker sowie weitere für das jeweilige Modell vorgesehene Ausstattungsmerkmale auswählen.






